Die Geschichte meines Anbaues kommt zum Schluss. Nachdem sich nun niemand beflissen fühlte, mir eine einfache Anleitung zu schreiben - selbst gegen Bezahlung nicht - schreibe ich hier aus meiner Erfahrung nieder, wie es laufen kann, wie es bei mir lief und läuft und wie es besser nicht gemacht wird:
Es gibt Stimmen, die besondere Shops mit besonders großen Samen anpreisen. Ich habe meine von Holy Hemp bei Edeka gekauft. Dort gab es sie im Sommer in einem Aufsteller zu kaufen.
Punkt 1: Das Vorkeimen: Ich habe die klassische Methode gewählt mit feuchten Tüchern. Auf einem Teller ein Blatt von der Haushaltsrolle. Mit dem Wassersprayer befeuchten.
(ANM: Das Wasser sollte mindestens 24 Stunden abgestanden sein).
Auf das Blatt gibt man die Keime und legt ein weiteres Blatt oben drauf, welches man auch wieder mit einer Sprühflasche befeuchtet. Oben stellte ich einen weiteren Teller drüber und wickelte es in ein Tuch ein, damit es warm genug steht. Nach 28 Stunden sind die Samen genug gekeimt und können nun in die Erde.
NUN gibt es einen Unterschied zwischen den Samen: Normale Samen oder 16/8 Samen bzw Autoflowering Samen (automatic´s). Die beginnen nach einer bestimmten Anzahl von Tagen zu blühen. Unabhänging von Licht und Wärme.
Meine ersten Samen waren normale Samen. Ich hatte Eierbecher vorbereitet mit Erde, die nicht viel gedüngt ist, da die Samen das anfangs nicht verarbeiten können. Man stipst ein kleines Loch in die Erde mit dem Finger zwischen 0,5 und 1 cm, legt den Samen mit dem weißen Austrieb nach unten hinein und deckt diesen vorsichtig mit Erde ab. Leicht andrücken. - Das war am 17. Juli 2026.
(ANM: Die Erde vorher wässern. Erde soll nicht im Wasser schwimmen)
Den Eierkarton hatte ich in eine Anzuchtbox mit Deckel gestellt und dann nochmal dunkel abgedeckt. Bereits am nächsten Tag waren die Samen oben durch die Erde durch. 18. Juli 2026
(ANM: Sofort nach dem Austreiben aus der Erde benötigen die Keimlinge Licht. Ich hatte eine sehr günstige Lampe von einer Plattform gekauft, die aber später wegen zu wenig Power zurückgeschickt.
Bereits am 19. Juli kamen die ersten gezackten Blätter hervor. Leider begannen die Hänflinge schnell zu spargeln. Zu wenig Licht. Bis dahin hatte ich sie auf der Fensterbank und beschloss, sie nach draußen in die Sonne zu stellen. Da ich drei Bäume vor Fenster und Balkon habe, habe ich so oder so zu wenig Licht.
Am 21. Juli 2026 pflanzte ich die Hänflinge in den endgültigen Topf. Die Papprollen entfernte ich. Bei der Gelegenheit setzte ich die Hänflinge gleich tiefer in die Erde. Ich belas mich im Internet mit Gemini. Von dort bekam ich tatsächlich gut strukturiert die besten Anweisungen und Anleitungen.
Von da an wanderten meine drei Pflanzen vom ersten Sonnenstrahl auf dem Balkon nach draußen und gegen Abend wieder auf die Fensterbank. Sie wuchsen zwar nicht buschig-riesig - auch weil es viel zu spät für einen normalen Anbau war, aber sie wuchsen und der Wind trug dazu bei, dass sie stabilere Stängel bekamen.
ANM: Ein leichter Luftzug macht die Hänflinge stärker und kräftiger. Regen von oben und Temperaturen von unter zwanzig Grad sollte man möglichst vermeiden.
ERDE: Die erste Erde sollte nicht so viel bis keinen Dünger haben. Nach dem Umtopfen in den endgültigen Topf sollte man Anzuchterde nutzen. Ich hatte mir bei einem Onlinehändler auch Perlite gekauft und unter die Erde gemischt. Die Perlite speichern Wasser und geben dieses bei Bedarf wieder an die Erde ab.
ANM: Eine Autoflowering sollte man von vornherein in den endgültigen Topf setzen.
Meine drei Pflanzen waren an sich sehr gesund und hatten zu keinem Zeitpunkt ein Problem mit weißer Fliege oder sonstigem Ungeziefer (ich hatte eine Orange glaze).
Als der Sommer zu schwinden begann, beriet ich mich wieder mit Gemini und schickte die Pflanzen in den Zwang, eine Blüte zu machen. Ich stellte sie für 12 Stunden komplett dunkel in die Abstellkammer und holte sie morgens Punkt 8 Uhr wieder dort raus in die Stube. Man nennt das auch eine photoperiodische Pflanze. Bei einem Lichtrytmus von 12/12 Stunden beginnt die Pflanze zu blühen.
Danach wieder Balkon. Zwei Wochen später waren alle drei in voller Blüte und es duftete durch die ganze Straße, was ich sehr genossen habe. Da es nun schon Anfang September war, war mir klar, dass ich das ohne Zelt und ohne extra Lampe sonst nicht hinbekommen würde.
ANM: Bei wenig Licht ist es hilfreich (kann es hilfreich sein), große Blätter, die das Licht auf die Blüten nicht durchlassen, entweder umzubiegen (woanders hinbiegen) oder zu trimmen. Man sollte niemals zu viel auf einmal trimmen, denn das stresst die Pflanze, wobei die Automatic noch viel sensibler darauf reagiert.
ANM: Die großen Blätter der Hanfpflanze nennt man auch Sonnensegel und ein paar Sonnensegel müssen unbedingt erhalten bleiben.
Die Blätter bildeten schön Trichome aus. Das sind zuerst fast durchsichtige Blasen auf den Blättern, die sich immer weiter vermehren und später goldfarben bis bräunlich werden. Am besten kann man sie mit der Kamera beim Heranzoomen sehen. Aber auch eine Lupe tut es.
ANM: Nicht zu viel und nicht zu wenig Wasser. Eine Pflanze hatte ich anfangs fast ersoffen. Als ich das merkte, nahm ich sie ganz vorsichtig aus dem Topf, um die Wurzeln nicht zu zerstören, und tat sie in einen Topf mit komplett neuer Erde. Sie blieb bis zum Schluss zwar etwas kleiner, wuchs aber buschiger und trotz allem kräftig. Nicht immer verzeiht eine Hanfpflanze sowas in der Blütephase.
Leider schlug dann das Wetter um und trotz Rotlichtlampe und kleiner Tisch-LED Lampe begannen sie eines Tages zu zwittern. Das heißt, die Pflanze bildet weibliche Samen aus, dort, wo schon die Fäden waren. Die ersten Fäden, die zuerst auch weißlich sind, waren zu dem Zeitpunkt schon goldbraun und so beschloss ich, die Pflanzen zu ernten.
ANM: Ein Zwittern der Pflanzen ist unumkehrbar.
(Genau drei Tage darauf kam der Sommer mit viel Licht noch einmal zurück für mehrere Wochen. Das war einfach nur Pech).
Ich schnitt die Pflanzen unten am Stiel ab und band je ein Band darum und hängte sie mit dem Kopf nach unten aus. In dieser Phase sollten sie nicht zu viel Licht ausgesetzt sein. Also möglichst dunkel hängen und dennoch mit genügend frischer Luft. Auch nicht zu kalt.
ANM: Meine ersten Pflanzen, die ich damals wild in meinem Garten hatte sowie fünf THC haltige Pflanzen, die ich gekauft hatte (zu dem Zeitpunkt war das noch illegal und darum gab es noch fünf Samen) und den Rest der Pflanzen hatten wir vom Futterhanf, hatte ich auch kurz antrocknen lassen ohne Vorkenntnisse und dann ziemlich bald im Backofen getrocknet. Wirkung: VOLL und noch unkontrolliert aufgrund null Erfahrung.
Nach einer kurzen Spanne der Vortrocknung und weil die Luft insgesamt feuchter wurde, habe ich diesen Sommer beschlossen, diese nun im Backofen zu trocknen.
ANM: Zuerst die geernteten Hanfpflanzen vortrocknen, dann im Backofen trocknen. WIE GESAGT: Ich berichte hier von MEINEN Erfahrungen.
Beim Trocknen im Backofen habe ich die Blätter und Blüten vorher abgetrennt. Bei noch zu viel Feuchtigkeit in der ganzen Pflanze und im Stiel lässt man besser die Blätter und Blüten noch dran und trocknet sie zuerst bei nicht zu hoher Temperatur (40 Grad) für längere Zeit.
ANM: Je mehr die Pflanzen vorgetrocknet sind, desto besser kann man sie im Backofen nachtrocknen. Wenn sie noch zu viel Feuchtigkeit haben, besser noch die Stiele beim Trocknen im Backofen dran lassen.
Da ich sowohl Blüten als auch Blätter verwende habe ich auch beides zusammen getrocknet. Also in einem Gang; auf dem Blech aber etwas getrennt gelegt.
Anleitung von Gemini, die man so oder so ähnlich auf allen Plattformen findet- Vorbereitung: Legen Sie das Backblech zwingend mit Backpapier aus. Verteilen Sie die Blüten einzeln und mit ausreichend Abstand darauf. Die Blüten dürfen sich nicht überlappen oder stapeln.
- Temperatur einstellen: Stellen Sie den Ofen auf 30 °C bis maximal 45 °C ein. Höhere Temperaturen (ab 50–60 °C) zerstören die wertvollen Terpene (Aromen) und führen zu einem spürbaren THC-Verlust von bis zu 20–30 %.
- Heizart: Nutzen Sie ausschließlich Ober-/Unterhitze. Schalten Sie die Umluftfunktion nicht ein, da die Blüten sonst ungleichmäßig austrocknen.
- Feuchtigkeit entweichen lassen: Schieben Sie das Blech auf die mittlere Schiene. Klemmen Sie einen Kochlöffel in die Ofentür, sodass diese einen Spalt breit offen bleibt. Nur so kann die feuchte Luft kontinuierlich abziehen.
- Dauer: Nach ca. 10 Minuten wenden Sie die Blüten einmal um und lassen sie für weitere 10 Minuten im Ofen.
Wenn die Blätter knistern und zwischen den Finger zerbröseln, sind sie trocken genug. Ich selber habe damals und heute (diesen Sommer) ein Mehl daraus gemacht samt Blätter und Blüten und ich kann sagen, im Selbstversuch von vor 10 Jahren hat das ordentlich reingehauen. Und zwar so, dass ich mich zehn Jahre nicht mehr damit beschäftigt hatte.
----------
Da ich zwischenzeitlich schon Blätter mit Trichomen dran geerntet hatte, hatte ich mir einen Ölauszug davon zubereitet. Man nimmt am besten Bio-Olivenöl (gibt später einen nussigen Geschmack) oder flüssiges Kokosöl, was aber im Geschäft schwer zu bekommen ist. Also nach ich Olivenöl.
Zubereitung HanfÖl
In Öl ausziehen (Extraktion): (Gemini)
Danach gibst du das warm decarboxylierte Material direkt in dein gewähltes Trägeröl (z. B. Speiseöl, MCT-Öl oder Olivenöl) und lässt es für ca. 2–3 Stunden sanft im Wasserbad ziehen (bei etwa 70–80 °C, keinesfalls kochen!), damit das Fett das THC komplett bindet.
Sobald du das Öl abseihtst, hast du ein fertiges, aktiv wirksames Tropfen-Öl
.............
Dosierung für eine Flasche Öl (Anleitung Gemini)
Für ein gut wirksames Schmerz-Öl auf Basis von 100 ml MCT- oder Olivenöl rechnet man meist mit folgenden Verhältnissen:
Einsteiger / Mildes Öl: Ca. 5 Gramm getrocknete Blüten auf 100 ml Öl.
Mittlere Stärke (Guter Richtwert): Ca. 10 Gramm getrocknete Blüten auf 100 ml Öl.
Starkes Konzentrat: Ca. 15 Gramm getrocknete Blüten auf 100 ml Öl.
Empfehlungs-Tipp für den Anfang
Setze am besten zuerst eine kleine Menge an, zum Beispiel 50 ml Öl mit ca. 5 Gramm Blüten (mittlere Stärke).
Oben stehen die Anleitung von Gemini. Und so habe ich es wirklich gemacht:
In einen Topf gibt man das Öl und das decarboxylierte Material
Bei mir war der Topf eine feuerfeste Glasschale. In einen größeren Topf habe ich einen Dampfgareinsatz gestellt, damit die Schale nicht genau Kontakt mit dem heißen Boden hat. Dann habe ich soviel Wasser in den Topf gefüllt, dass es bis zum Rand vom Öl in der Glasschale reichte und mehrmals aufgekocht und wieder abkühlen lassen. Während der Abkühlzeit habe ich ein sauberes Geschirrhandtuch oben drüber gelegt, damit kein Wasser in das Öl gerät.
Ich hatte immer ein Bratenthermometer im Wasserbad, damit es nicht zu heiß wird und habe zwischenzeitlich auch im Öl gemessen, damit ich sicher war, dass auch das Öl nicht zu heiß wird.
Nachdem ich diesen Vorgang dreimal durchgeführt hatte (aufgekocht und abgekühlt), habe ich das Öl durch eine sauberes Leinentuch laufen lassen und dann in Flaschen abgefüllt. Da ich nur wenig Ausbeute hatte, waren es zwei unterschiedlich große Flaschen.
FAZIT: Das Öl war das Beste, was mir seit Jahren passiert ist. Ohne dass ich high oder aufgedreht war, war ich nicht nur tiefenentspannt, sondern schwang auch angenehm in einer höheren Frequenz. Durch diese tiefe Entspannung können sich auch Schmerzen besser lösen.
FEHLER vermeiden: Ich hatte in diesem Sommer zweimal Öl zubereitet. Aus den zuerst geernteten Blättern, schon mit Trichomen dran, und genau diese Blätter haben zu dem oben genannten Öl geführt.
Nach der endgültigen Ernte machte ich - teils aus Ungeduld und teils aus großer Eselei - einen schwerwiegenden Fehler. Anstatt das Öl wieder im Wasserbad auszuziehen, kippte ich das Ganze in einen Topf, ohne Wasserbad und... das war das Schlimmste - kippte ich das wunderbare Öl, das ich schon hatte, wieder mit dazu.
Das Ende vom Lied war: Ich hatte Öl, dass wie verbranntes und altes Pommesfett stank und auch so wirkte. Nämlich gar nicht mehr.
Das schreibt Euch hinter die Binde!
