Zuerst einmal berichte ich, wie ich auf das Kraut gekommen bin. Meine erste Begegnung mit dem Hanf ist ca. 10 Jahre her. Mindestens. Mein Mann kam an und sagte, dass auf unserem Kompost eine riesige Hanfpflanze wachsen würde. Wahrscheinlich aus einem Hanfsamen im Vogelfutter gekeimt.
Damals war Hanf noch verpönt. Ich ging zu unserm Komposthaufen und da stand sie nun: riesig, buschig und voller Blüten. In meiner damaligen Panik riss ich sie aus und machte sie so zu Minna, dass nichts davon übrigblieb.
Aber gar nicht lange danach begann ich, mich mit Hanf zu beschäftigen. Durch eine Sendung. Irgendwas, was ich gesehen oder gehört hatte. Und ich bestellte mir fünf Hanfsamen. Damals konnte man - illegal - kleine Dosen mit 5 Samen bestellen. Heute sind ja nur drei erlaubt. Ich zog sie auf der Fensterbank vor und dann setzte ich sie nach draußen. Zusammen mit ganz vielen Hanfsamen vom Vogelfutter.
Das Beetstück war so 3 x 4 Meter und als die Pflanzen größer wurden, da duftete es bis zur Straße ganz extrem. Wir hatten ein sehr großes Grundstück und zwischen Straße und Beet war dann unsere Haus und der Carport und weitere Bäume. Außerdem wohnten wir ländlich abgelegen. Ich habe mich jedenfalls oft gewundert, dass niemand die Polizei gerufen hat.
Erst mein Mann hat mir damals den Unterschied zwischen männlichen und weiblichen Samen bzw. Pflanzen erklärt. Ich begann, mich intensiv mit dem Thema wofür und wie zu beschäftigen. Als die Pflanzen begannen (heißer Sommer), gelb zu werden und offensichtlich reif waren, erntete ich sie und ließ sie erstmal an den Stängeln trocknen. Alles nach Bauchgefühl.
Seit der Zeit hatten wir auch schon Internet und ich schaute, wie man das Ganze denn ernten oder zubereiten könnte. War mir im Prinzip alles zu kompliziert, die ganze Maschinerie, die man gebraucht hätte. Also nur noch im Backofen trocknen und dann habe ich das Ganze zu Mehl verarbeitet und in einem luftdichten Weckglas aufbewahrt.
Ich hatte eine kleine Hündin mit Wasserkopf. Sie hatte auch mehrere schlimme Zeiten und ich bin heute sicher, dass sie allein durch den Hanf heute noch lebt. Ich gab ihr täglich eine kleine Priese davon auf ihr Futter und bemerkte, dass es ihr davon besser ging. Die Anfälle gingen zurück und so ist im Laufe der Jahre das Hirnwasser nur in Maßen angestiegen. Da sie auch eine offene Fontanelle hat, kann der Arzt immer gut von oben reinschauen. So wie es ausschaut, wird sie bis zu ihrem Ende damit klarkommen.
PS. Anhand ihres Alters, fällt mir gerade ein, kann ich nun auch genau sagen, wann das Ganze mit dem eigenen Hanfanbau begonnen hatte. 2016 um genau zu sein. Ein Jahr davor hatten wird Pflanze auf dem Kompost.
Und klar, wollte ich das ausprobieren, da ich zu dieser Zeit schon nach mehreren Unfällen unter großen Schmerzen litt.
Meine erste Erfahrung war, dass ich das Pulver (damals noch frisch und gehaltvoll wirkend) in einen Becher heiße Milch gab. Ich erinnere mich genau: Ich saß an meinem Tisch und schrieb etwas und nach ca. einer halben Stunde merkte ich ... also ich hatte das Gefühl, dass ich gleich abhebe. Danach wurde es unangenehm und ich trank die Milch auch nicht mehr aus. Wäre auch nicht gegangen, denn ich musste mich hinlegen. Leider hatte auch mein Hund was von der Milch getrunken, wenn zum Glück auch nur wenig.
Da mein Hund gerade einen Unfall gehabt hatte, lag ich mit ihr in der Stube oben auf einer Matratze auf dem Boden und hatte den Fernseher an. Ich dachte, ich muss sterben. Mein Hund legte sich auf mich. Ich glaube, der ging es auch so. --- Mein Mann kam ins Zimmer und fand das wohl irgendwie lustig, als ich ihm von der Milch erzählte und ehe ich mich versah, nahm er den Becher und trank ihn aus.
Au WEIA... denn unten war noch das meiste vom Hanfmehl drin. Also volles Programm. Er sagte nur lapidar: Ich will auch mal sehen, wie das ist!
Ich jedenfalls lag die ganze Nacht da und der Fernseher schaltete sich ständig in neue Programme mit den abenteuerlichsten Sendungen um. Das war aber nur in meiner Phantasie so.
Mein Mann sagte am anderen Tag: Er hätte es gerade nur noch so ins Schlafzimmer geschafft und war mit Klamotten ins Bett gefallen.
